Entwicklung transkultureller und interreligiöser Kompetenzen in Pflege, Medizin und Ausbildung in Thüringen (ETIK)

Hier finden Sie Informationen zum interdisziplinären Forschungsprojekt ETIK.

Gefördert durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus

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Foto: esf-thueringen.de

Projektvorhaben

Das Projekt ETIK stärkt die Fachkräftesicherung im Thüringer Gesundheitswesen, indem es transkulturelle und interreligiöse Kompetenzen in Versorgung, Zusammenarbeit und Ausbildung nachhaltig fördert. Gemeinsam mit Ärzt:innen, Pflegefachpersonen, Patient:innen sowie Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen werden Faktoren untersucht, die Fachkräftebindung, Arbeitszufriedenheit und patientenzentrierte Versorgung beeinflussen. Auf dieser Grundlage entwickelt ETIK praxisnahe Qualifizierungs- und Transferformate für Mentor:innen, Praxisanleitende, Lehrende und Führungskräfte. Die Ergebnisse werden in Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie in Organisationsentwicklungsprozesse integriert. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zu Chancengleichheit, diskriminierungssensiblen Arbeitsbedingungen und einer kultursensiblen Gesundheitsversorgung. Durch den Aufbau eines Multiplikator:innennetzwerkes entstehen nachhaltige Strukturen, die internationale Fachkräfte langfristig binden und die Qualität der Gesundheitsversorgung in Thüringen stärken.

Projektübersicht

  • Projektpartner:innen

    Prof. Dr. Daniela Gröschke, Professorin Interkulturelle Personal- und Organisationsentwicklung an der Philosophischen Fakultät Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Prof. Dr. Stefanie Bachnick, Professorin Pflegewissenschaft an der Medizinischen Fakultät, Universitätsklinikum Jena, Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Prof. Dr. Michael Wermke, Lehrstuhl für Religionspädagogik an der Theologischen Fakultät, Forschungszentrum für Religion und Bildung (FZRB), Friedrich-Schiller-Universität Jena

  • Relevanz

    Der Gesundheitsbereich in Thüringen steht vor großen Herausforderungen:

    • Der Bedarf an Pflege und medizinischer Versorgung wächst.
    • Internationale Fachkräfte leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheitsversorgung.
    • Kulturelle und religiöse Vielfalt in Teams und bei Patient:innen nimmt zu.

    Damit Vielfalt gelingt, braucht es neue Kompetenzen, unterstützende Arbeitsstrukturen und eine inklusive Organisationskultur.

  • Ziele

    Übergeordnetes Ziel des Projekts ist die nachhaltige Bindung von Fachkräften im Thüringer Gesundheitswesen durch die Weiterentwicklung organisationaler Rahmenbedingungen, Interaktionskulturen und betrieblicher Lernumfelder.

    Daraus ergeben sich drei miteinander verzahnte Zielstellungen:

    1. Analyse organisationaler Interaktions- und Lernkulturen
    Ziel ist die Identifikation organisationaler Praktiken, Kommunikationsmuster und regionaler Rahmenbedingungen, die Fachkräftebindung fördern oder hemmen.

    2. Entwicklung multiplikatorengestützter Weiterbildungs- und Transferformate
    Auf Basis der Analysen werden modulare, niedrigschwellige Weiterbildungsangebote entwickelt, die organisationale Interaktionen, Teamarbeit und Führungshandeln stärken.

    3. Pflegewissenschaftliche Untersuchung patientenzentrierter Versorgung und Arbeitsbedingungen
    Einbettung dieser qualitativ ausgerichteten Erkenntnisse in eine quantitative Erhebung zur patientenzentrierten Pflege, um Belastungen, Ressourcen und Bindungsfaktoren systematisch zu erfassen sowie Zugänge zu Praxisfeldern und pflegepolitischen Akteur:innen zu stärken. Diese Einbettung ermöglicht eine thüringenspezifische Kontextualisierung, die direkt in Organisationsentwicklung und Weiterbildungsformate einfließen.

  • Unsere Zielgruppen
    • Pflegefachkräfte
    • Ärzt:innen
    • Auszubildende & Studierende
    •  Praxisanleitende, Mentor:innen und Führungskräfte
    • Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen
  • Team

    Judith Wolf, M.A.

    Justine Krieg, MPhil

    Dr. Sungsoo Hong